Annahmeformular

An die Landessammelstelle abzuliefernde radioaktive Abfälle sind auf dem Annahmeformular (siehe Anlage 2) zu beschreiben. Alle Eintragungen müssen vollständig und gut lesbar in dauerhafter Form vorgenommen werden.

Alle in den Abfällen enthaltenden Radionuklide und deren Aktivitäten sind anzugeben. Die Aktivitätswerte sollen dabei den tatsächlichen Werten entsprechen.

Das Annahmeformular dient dem Ablieferungspflichtigen als Nachweis für die Abgabe der radioaktiven Abfälle an die Landessammelstelle.

Die erforderlichen Angaben sind im Folgenden detailliert beschrieben:

 

Zeile

Beschreibung

01

 

NAME UND ADRESSE DES ABLIEFERUNGSPFLICHTIGEN

Hier sind die vollständige Adresse des Ablieferungspflichtigen sowie ein Ansprechpartner und dessen Telefon-Nr. einzutragen. Ebenso ist die gültige Umgangsgenehmigung inkl. ausstellendes Amt sowie Datum anzugeben.

02

NAME UND ADRESSE DES EMPFÄNGERS / BESTIMMUNGSORT

Die radioaktiven Abfälle werden – sofern keine anderweitige Vereinbarung getroffen ist – zu der dort genannten Adresse geliefert.

NAME UND ADRESSE DES BEFÖRDERERS

Hier ist die vollständige Adresse des Beförderers einzutragen. Dieses Feld ist spätestens bei der Anlieferung der Abfälle auszufüllen.

03

ABFALLDATEN

Abfallanfalldatum: Hier ist das Datum des Abfallanfalls einzutragen. Werden die Abfälle über einen längeren Zeitraum gesammelt, so ist das Datum zum Zeitpunkt der vollständigen Befüllung der Verpackung zu verwenden.

Abfallsorte: Ist als Kürzel und als Text gemäß Anlage 4 (vgl. StrlSchV, Anlage X „Bezeichnung des Abfalls“) anzugeben. Dabei ist nach Möglichkeit der Code mit mehreren Buchstaben zu verwenden. Der ein-buchstabigen Code ist nur einzusetzen, wenn keine nähere Spezifizierung möglich ist.

Beschreibung: Hier sollte der Abfall näher beschrieben werden (z. B. Präparate, Spritzen, Verbandsmaterial), da diese Angaben bei der Verarbeitung hilfreich sind.

Der Abfall muss gemäß Kapitel 4 gekennzeichnet werden. Mehrere Markierungen sind erforderlich. 

04

Das Aktivitätsinventar ist die Summe der Einzelnuklide gemäß Zeile 16.
Das Bezugsdatum der Aktivität ist zur Abklingrechnung einzutragen. 

05

Gemäß StrlSchV ist anzugeben, ob eine Rückstellprobe vorhanden ist und wie deren Nummer lautet. 

06-09

 

Die Angabe von Netto-Masse und Netto-Volumen ist zwingend erforderlich. Sofern keine von GNS bereitgestellte Verpackungen verwendet werden, ist darüber hinaus die Tara-Masse anzugeben. 

10-12

Die Angabe der Messwerte der Dosisleistung (DL) am Material ist erforderlich. Sofern die Strahlung am eigentlichem Material abgeschirmt ist, muss die maximale DL angegeben werden, wenn sämtliche Abschirmmaterialien entfernt sind. Mit Abschirmungen sind sowohl Abschirmungen innerhalb der Verpackung (z. B. kleine Bleitöpfe) als auch außerhalb der Verpackung (z. B. Betonabschirmungen) gemeint.

Die Angabe der DL am Behälter ist bei der Anmeldung der Abfälle zur Abgabe an die Landessammelstelle nicht erforderlich, muss aber beim Transport eingetragen sein.

Hier ist ebenfalls die abwischbare Kontamination an der Oberfläche der Innenverpackung (am Material) und des Außenbehälters anzugeben. Die Grenzwerte gemäß Ziffer 5.4 sind dabei zu beachten.

Die Angabe des Mess- bzw. Berechnungsdatums ist erforderlich. 

13-14

AUßENBEHÄLTER

Die Behälter-Nr. sowie der Behälter-Typ (als Kürzel und als Text gemäß Anlage 5) sind anzugeben. Sollten sich in dem Außenbehälter mehrere Innenverpackungen befinden, so sind diese in der Beladeliste (siehe Anlage 6) aufzuführen. Die Entscheidung, ob diese Liste beigefügt ist, muss getroffen werden. 

15

INNENVERPACKUNG

Innenverpackungen sind möglichst genau zu beschreiben. Mehrfachnennungen sind erlaubt. Nach Möglichkeit ist dabei – wie beim Außenbehälter – der Behälter-Typ (Zeile 14) als Kürzel und als Text gemäß Anlage 5 anzugeben. 

16

NUKLID-INVENTARE / ANGABEN ZUR AKTIVITÄTSERMITTLUNG

Hier sind die im Abfall enthaltenen Nuklide – abgesehen von den Gleichgewichtstöchtern – einzeln zu deklarieren. Nuklide, deren Inventar der Ablieferungspflichtige ausschließen kann, sind zu streichen.

Die beim Nuklid-Namen kursiv geschriebenen Ergänzungen bedeuten folgendes:

un      =  unspezifiziert                                      VDK   =  Verdampferkonzentrat

mf      =  HT in metallischen Feststoffen                     f =  fixiert

HTO   =  Tritium als HTO                                           u =  unfixiert

Nuklide im metastabilen Zustand sind mit einem m gekennzeichnet, z. B. Ag-108m.

Zur näheren Beschreibung der Nuklidaktivität ist jeweils in dem Kästchen mit doppelten Rahmen die Aktivitätsermittlung anzugeben. Dabei sind die Angaben „M – gemessen“ und „X – berechnet“ in den Zeilen 17/18 näher zu beschreiben.

Ebenso sollte angegeben werden, ob die Aktivitätsverteilung im Material (Zeile 18) nahezu gleichmäßig ist. Dies ist z. B. nicht der Fall, wenn sich ein Großteil der deklarierten Aktivität in kleinen Behältnissen und/oder in Quellen befindet. 

17

ANGABEN ZUM GEFAHRSTOFF UND ZUM SONDERABFALL

  1. Abfälle, von denen aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung eine Gefährdung während der Lagerung und/oder der Verarbeitung ausgehen kann, sind als Gefahrstoffe gemäß Gefahrstoffverordnung zu kennzeichnen und in Zeile 03 als solche anzugeben. Die Radiotoxizität der Abfälle ist hier nicht zu berücksichtigen.
  2. Abfälle, die nicht diesen Annahmebedingungen entsprechen, die nicht gemäß Ziffer 4.1 sortiert und/oder die gemäß Ziffer 4.2 anzugeben sind, sind hier näher zu beschreiben und in Zeile 03 zu kennzeichnen. Die Anlieferung dieser Abfälle ist nur nach vorheriger Abstimmung mit der Landessammelstelle möglich.

18

STOFFLICHE DEKLARATION GEMÄß GRUNDWASSERVERORDNUNG (GrwV)

Hier können die im Abfall enthaltenen Stoffe der Anlage 7 - so genau wie möglich - eingetragen werden. 

19

BEMERKUNGEN

Hier können nähere Angaben zum Abfall, verwendete Abschirmungen, besondere Wünsche und/oder Hinweise über getroffene Regelungen und Vereinbarungen mit der Landessammelstelle eingetragen werden.

20

UNTERSCHRIFT

Hiermit beantragt der Ablieferungspflichtige die Entsorgung der im Annahmeformular beschriebenen Materialien.

Er versichert - bereits bei der Anmeldung der Abfälle - durch Datum und Unterschrift des Ablieferungspflichtigen und ggf. des verantwortlichen SSB, dass die im Annahmeformular gemachten Angaben korrekt und vollständig sind sowie angegebene Kernbrennstoffe nicht der EURATOM-Sicherheitsüberwachung unterliegen.

Bei Anlieferung der Abfälle sind ebenfalls die erforderlichen Angaben des Beförderers einzutragen.

 

Grundsätzlich ist für jeden Außenbehälter ein Annahmeformular zu erstellen. Außenbehälter, die mehrere Innenverpackungen enthalten, dürfen nur dann mit einem Annahmeformular beschrieben werden, wenn die Abfallsorte und die Nuklidverteilung sämtlicher Innenverpackungen identisch sind. Dabei können die einzelnen Innenverpackungen auf einer Beladeliste (siehe Anlage 6) bezüglich ihrer Masse, ihres Volumens, ihrer Aktivität und Dosisleistung näher beschrieben werden. Enthalten die Innenverpackungen Abfälle unterschiedlicher Sorte und Nuklidverteilung, so muss für jede Innenverpackung ein separates Annahmeformular ausgefüllt werden.